– Altern und digitaler Wandel

Die Stiftung Digitale Chancen fordert eine bessere Internet-Schulung älterer Menschen. Lesen Sie hier den Beitrag von Kai Wiedermann aus der BERLINER MORGENPOST vom 22.1.2017, für den er u.a. Prof. Ben Godde interviewt hat.

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– Don’t Lose Your Brain at Work!

Wie wir altern, wird entscheidend von unseren Lebenserfahrungen und Verhaltensweisen beeinflusst. Insbesondere die berufliche Tätigkeit, der wir einen Großteil unseres Lebens nachgehen, kann sowohl nachteilig als auch förderlich für das erfolgreiche Altern sein. Kognitiv anfordernde Tätigkeiten verlangsamen den geistigen Alterungsprozess, während eintönige, wenig fordernde Tätigkeiten ihn beschleunigen. Wie können aber nun Beschäftigte gerade in solchen von Routine geprägten Jobs, z.B. am Fließband in der Produktion von einer besseren Organisation der Arbeit oder von Karrierewegen profitieren?

JobBrain
Zusammen mit Kollegen der Jacobs University Bremen und der Columbia University New York konnten wir zeigen, dass regelmäßige Wechsel der Tätigkeiten im selben Unternehmen, verbunden mit dem Neulernen von benötigten Fertigkeiten und Fähigkeiten dem Altern des Gehirns und der geistigen Leistungsfähigkeit entgegenwirken können. Hierzu befragten wir mehrere hundert Mitarbeiter eines großen Produktionsunternehmens der Automobilindustrie mit Hilfe von Fragebögen und untersuchten eine Teilstichprobe in unseren Labors der Jacobs University und mit dem Kernspintomographen. Es zeigte sich, dass diejenigen, die alle 5-7 Jahre die Abteilung wechselten, z.B. vom Fließband in die Lackiererei oder von dort zum Schweißen, bessere kognitive Leistungen und größere Volumina in wichtigen Gehirnbereichen aufwiesen, die mit Kognition und Lernen in Beziehung stehen, als sogenannte ‚Untersuchungszwillinge‘, mit der gleichen Ausbildung, dem gleichen Alter, gleicher Ausgangsintelligenz, aber einer durchgehenden immer gleich Tätigkeit im Unternehmen. Interessanterweise, konnten die schädlichen Auswirkungen der Routinearbeit durch interessante und anfordernde Freizeitaktivitäten teilweise ausgeglichen werden.

Den vollständigen Artikel, erschienen in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychology, finden sie hier:
Oltmanns J, Godde B, Winneke AH, Richter G, Niemann C, Voelcker-Rehage C, Schömann K, Staudinger UM (2017) Don’t Lose Your Brain at Work – The Role of Recurrent Novelty at Work in Cognitive and Brain Aging. Front. Psychol., 8: 117. DOI: 10.3389/fpsyg.2017.00117.

– Lehrbuch: Einführung Gerontopsychologie

Im UTB-Shop erhältlich:

Einführung Gerontopsychologie

– „Was Hänschen nicht lernt“ – oder Karate lernen mit 84?

DSC_0532Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Stimmt gar nicht. Die grauen Zellen bleiben ein Leben lang lernfähig. Wer etwas Neues lernen möchte, sollte einfach loslegen. Lesen Sie mehr bei Eva Dignös oder auf folgenden Seiten:

http://www.sueddeutsche.de/app/szbeilagen/nas/sv1/outbox_pdf/Lernen.pdf

http://www.aachener-zeitung.de/ratgeber/bildung-beruf/lernen-ohne-grenzen-auch-im-alter-ist-das-gehirn-offen-fuer-neues-1.1041939

http://www.svz.de/nachrichten/ratgeber-uebersicht/fitness-und-wellness/mit-70-noch-karate-lernen-id9216656.html

– Angebot: Masterarbeit – Sensorik im Alter

Für ein Projekt zur Sensorik im Alter suchen wir eine/n studentische/n Mitarbeiter/in mit Diplom oder Bachelorabschluss in Neurowissenschaften, Psychologie, Gerontologie, Gesundheitswissenschaften oder einem verwandten Fach. Die Möglichkeit zur Anfertigung einer Masterarbeit ist gegeben, bzw. erwünscht. Für Rückfragen nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

– Alters- und Hirnforscher zeigen: Für’s Lernen ist es nie zu spät.

ZDF SonntagsIn seiner Reihe SONNTAGS berichtete das ZDF über die Forschung von Dr. Godde und seinen Kolleginnen und Kollegen zum Thema lebenslanges Lernen im Betrieb. Schauen Sie den kompletten Beitrag in der Mediathek des ZDF.

– Bessere geistige Leistungsfähigkeit und mehr Gehirnvolumen durch Training der motorischen Koordination

Basalganglia2Bisherige Studien haben bereits gezeigt, dass dem mit dem Alter einhergehenden Abbau des Gehirns und der kognitiven Funktionen durch einen aktiven Lebensstil und Bewegung entgegengewirkt werden kann. Dabei lag der Schwerpunkt bisheriger Studien vor allem auf der Untersuchung von Effekten eines Ausdauertrainings (Walking, Jogging) auf Gehirn und Gehirnleistung. Erst in letzter Zeit wurde deutlich, dass andere Arten der körperlichen Aktivität, wie z.B. Balance-, Koordinations- und andere Bewegungsübungen ebenfalls zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter beitragen. In einer aktuellen Studie untersuchten nun Claudia Niemann, Ben Godde und Claudia Voelcker-Rehage die Effekte verschiedener Trainingsprogramme auf die sogenannten Basalganglien, einer Region im Gehirn, die vor allem mit motorischen und kognitiven Funktionen, aber auch mit dem Lernen in Beziehung gebracht wird. Die Ergebnisse zeigten, dass vor allem ein motorisches Koordinationstraining mit einem vergrößerten Volumen der genannten Gehirnbereiche einherging und dieser Volumenzuwachs für verbesserte kognitive Leistungen verantwortlich war.

Den vollständigen Artikel, erschienen in der Fachzeitschrift Neuroscience, finden sie hier:
Niemann, C., Godde, B., Voelcker-Rehage, C. (2014) Exercise induced changes in basal ganglia volume and cognition in older adults. Neuroscience, 281(5):147–163.